«Zu lange wurde internationales Recht selektivangewandt – auf die Schwachen, nie auf die Mächtigen. Diese Ära muss enden»

Konferenz in Bogotá zur Lage im Gaza-Streifen

hhg. Vorbei sind die Zeiten, in denen amerikanische und europäische Politiker in die Länder des Südens reisen und Menschenrechte predigen konnten. Dort wird nicht mehr nur brav genickt, im Gegenteil. Länder des Globalen Südens fordern vom «regelbasierten» Westen, dass er sich an den Errungenschaften der europäischen Aufklärung orientiert, die Europa aus dem Mittelalter in Richtung Menschenrechte, Völkerrecht, humanitäres Völkerrecht und Selbstbestimmungsrecht der Völker geführt haben, wie eine Konferenz in Kolumbien gezeigt hat.

Mitte Juli 2025 trafen sich auf Initiative der Haager Gruppe1 30 Länder aus dem Globalen Süden, aus Asien und aus Europa (Spanien und Irland). Francesca Albanese, Uno-Sonderberichterstatterin für die Menschenrechtslage im besetzten palästinensischen Gebiet, hielt die Eröffnungsrede: «Zu lange wurde internationales Recht selektiv angewandt – auf die Schwachen und nie auf die Mächtigen. […] Diese Ära muss enden.»2

Die Ergebnisse dieser Konferenz wurden von der kolumbianischen Regierung in der untenstehenden Pressemitteilung festgehalten.

Quelle: https://www.presidencia.gov.co/prensa/Paginas/Paises-del-Sur-Global-acuerdan-medidas-y-exigen-cumplimiento-del-fallo-de-Corte-Internacional-contra-Israel-250716.aspx

  1. Gründungsmitglieder der Haager Gruppe sind Bolivien, Kolumbien, Kuba, Honduras, Malaysia, Namibia, Senegal und Südafrika. Die Haager Gruppe wurde im Januar 2025 gegründet mit dem Ziel, die Nachkriegsordnung zu ändern, die es den ständigen Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrats erlaubt, Politiker, die Verbrechen gegen die Menschheit begehen, mit ihrem Veto zu schützen.  ↩︎
  2. https://thecradle.co/articles/bogota-summit-launches-global-souths-legal-intifada-against-israel-and-us-impunity, July 18, 2025, José Niño: Bogotá-Gipfel startet juristische Intifada des globalen Südens gegen Israel und US-Straffreiheit ↩︎