Krieg gegen Kinder

Leserzuschrift

Am 28. Februar, dem ersten Tag des aktuellen Kriegs gegen den Iran, zerstörten amerikanische Bomben nicht nur die iranische Regierung in Teheran, sondern bei einem «Hochpräzisionsangriff» in der Provinz Hormosgan auch eine Mädchenschule. Anlässlich einer Massenbeerdigung wurden inzwischen 168 Kinder beigesetzt.

Daran, dass die israelische Armee im Gazastreifen teilweise gezielt auf Kinder schoss, haben wir uns bereits gewöhnt. Laut UNICEF kamen dort bisher rund 18 000 Kinder um. Das Töten geht weiter.

1996 wurde Madelaine Albright in einem Interview der CBS-Sendung 60 Minutes gefragt, ob der Tod von mehr als 500 000 irakischen Kindern durch die von den USA verhängten Sanktionen es wert gewesen sei. Ihre Antwort war deutlich: «Ich denke, das ist eine sehr schwere Entscheidung, aber der Preis ist es wert.»

Im Krieg Kinder zu töten, scheint für den Werte-Westen eine praktikable Strategie zu sein. Es ist ein zuverlässiges Mittel zum Steigern des Hasses. Die Spekulation dahinter besteht möglicherweise darin, dass sich die Gegner dadurch zu emotional unüberlegten Gegenreaktionen hinreissen lassen, die für sie kontraproduktiv sind. Oder – wer langfristiger plant – rechnet damit, dass er so verhindert, dass aus diesen Kindern in 15 Jahren Soldaten werden.

Das ist die Welt in der wir leben. Wie könnten wir sie verbessern?

Peter Schweizer, Neuhausen