Brief an den Schweizer Botschafter in Brüssel
sl. Es gibt sie noch, die aufrechten Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die für die Freiheitsrechte einstehen. Am 20. März machte sich auf Initiative von Vital Burger eine Gruppe Freiwilliger auf den Weg nach Brüssel, um ein Zeichen gegen die EU-Sanktionen gegen Jacques Baud zu setzen.
Der ehemalige Oberst im Generalstab der Schweizer Armee und Nato-Analytiker wurde im Dezember 2025 von der EU auf eine Sanktionsliste gesetzt – ohne Prozess, ohne Anklage und ohne rechtliches Gehör, allein wegen seiner vom öffentlichen Narrativ abweichenden Analyse des Ukraine-Konflikts.1 Die Gruppe übergab der Schweizer Botschaft in Brüssel einen persönlichen Brief. In dessen Mittelpunkt steht die Sorge um die Meinungsfreiheit, die Werte der Schweiz und die Frage, wie mit kritischen Stimmen in Europa umgegangen wird.
Sehr geehrter Herr Pitteloud,
Vor Ihnen stehen Schweizer Bürger, gekleidet in die traditionellen Hirtenkleider und ausgestattet mit Treicheln aus den Alpen. Dies soll ein Zeichen sein, dass wir die Werte unserer Vorfahren hochhalten.
Das ressourcenarme Land Schweiz zeichnet sich besonders dadurch aus, dass wir die Meinungsvielfalt als wichtiges Gut ansehen. Nur wenn jeder seine Meinung in einem konstruktiven Dialog einbringen kann, entsteht kreatives Neues.
Vor gut 90 Jahren wurde in unserem nördlichen Nachbarland die Kultur nur EINER richtigen Meinung eingeführt. Kritisches Denken wurde unterdrückt; missliebige Personen mundtot gemacht. Wozu das geführt hat, kann jeder in den Geschichtsbüchern nachlesen.
Offenbar hat die Europäische Union, die von sich behauptet, sie repräsentiere die europäischen Völker, unter der Führung einer Tochter aus dem nördlichen Nachbarland, aus der Geschichte nichts gelernt.
Sehr geehrter Herr Botschafter, helfen Sie mit, dieser Dame die Lücken ihrer Geschichtsbildung zu schliessen und setzen Sie sich dafür ein, dass Jacques Baud wieder seine Meinung frei äussern kann. Wenn die Europäische Union ihren Weg so weiter geht, sind auch wir alle Jacques Baud, und es herrschen in Europa Zustände, so wie wir es von vergangenen Zeiten her kennen.
Setzen Sie bei der Europäischen Union ein Zeichen, dass mit einem Schweizer Bürger so nicht umgegangen werden darf. Helfen Sie mit, die rechtlich wie moralisch ungerechtfertigten Sanktionen gegen Jacques Baud zu beenden und dass ihm Gerechtigkeit widerfahren wird.
Brüssel, 20. März 2026
Die Initiative der Schweizer Gruppe ist in zwei sehenswerten Videos dokumentiert – eines zur Schweizer Protest-Aktion in Brüssel2 und ein zweites mit einem ausführlichen Interview mit Jacques Baud zur aktuellen Situation.3
Die Kommentare zu den Videos zeigen, dass die Zivilcourage der Schweizer auf grosse Zustimmung trifft. Hier drei repräsentative Beispiele:
- «Danke euch … es erinnert an ganz dunkle Zeiten, wenn Menschen wieder ohne Anhörung enteignet werden und ihrer Bewegungsfreiheit beraubt werden …und die Schweiz will sich so einer Organisation ausliefern … »
- «Liebe Schweizer, ihr habt meinen ganzen Respekt. Ich schäme mich inzwischen sehr, deutscher Staatsbürger zu sein, von der EU gar nicht zu reden … »
- «Jacques Baud ist ein ehrenwerter Mann, der oft sogar sein Leben aufs Spiel gesetzt hat in unglaublich vielen Missionen, zu denen er von den Vereinten Nationen immer und immer wieder gerufen wurde. Er hat sein Leben lang gedient, er hat sich mit all seinem Können und Wissen der Diplomatie und der Friedensförderung verschrieben. Er hat der Schweiz gedient und hat durch sein kluges überlegtes Verhandeln, durch seine starke Persönlichkeit das Ansehen der Schweiz auf internationaler Ebene gestärkt.
Herr Baud hat in all seinen Einsätzen die Schweizer Neutralität und die Diplomatie vorgelebt, mit Herz und Verstand. Ein absolutes Vorbild, um völkerübergreifende, gegenseitige Verständigung in Krisen und Kriegsgebieten wiederherzustellen. Wahrheit, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Rückgrat, um für das Richtige einzustehen, war und ist sein stetes Bestreben.
Nun wird er in der Endphase seines Lebens, von einer neuen Generation, die kaum ein paar Prozent von all diesen Eigenschaften besitzt oder anstrebt, brutal fallengelassen. Nicht nur fallengelassen, sondern verraten, sei dies von Brüssel oder von der Schweizer Regierung, der er so lange gedient hat. Ich kann euch sagen, was ich für die Politiker in Brüssel, die ihn mit Sanktionen belegten, empfinde: eine abgrundtiefe Verachtung, genauso für die CH-Bundesräte und die Mehrheit des Parlaments.»
- vgl. Zeitgeschehen im Fokus Nr. 19 vom 23. 12. 2025, Nr. 1/2 vom 14. 01. 2026, Nr. 4 vom 25. 02. 2026, Nr. 5/6 vom 17. 03. 2026 ↩︎
- www.youtube.com/watch?v=RU_9RUXtMUM ↩︎
- www.youtube.com/watch?v=Hqm_MVgjnow ↩︎
