Interview mit Professor Dr. Konstantin Beck*
Zeitgeschehen im Fokus Sie haben sich intensiv mit den Auswirkungen von Corona auseinandergesetzt. Sie sind mit drei weiteren Wissenschaftlern der Herausgeber des «Corona-Elefanten». Was veranlasste Sie, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen?
Professor Dr. Konstantin Beck Im Gegensatz zu anderen Experten bin ich Gesundheitsökonom von Beruf. Die Gesundheitsökonomie beschäftigt sich mit der Frage, wie man das Gesundheitswesen organisieren kann und was zum Beispiel eine effiziente Notfallversorgung auszeichnet. Das Managen einer Pandemie, solange es nicht um medizinische Fragen geht, ist ebenfalls ein Teil dieses Fachgebiets.
Ich war Gründer und Leiter eines privaten Forschungsinstituts zum Thema Gesundheitsökonomie. Unser Sponsor liess uns grosse Publikationsfreiheit in Forschung, Lehre und in den Massenmedien. Zu Beginn der Coronazeit genügte jedoch ein harmloser, nicht einmal coronakritischer Leserbrief in der NZZ, dass der Sponsor über Nacht die Publikationsfreiheit meines Instituts massiv beschnitt, worauf ich meinen Posten räumte.
Was stand im Leserbrief und welche Reaktionen hatte er hervorgerufen?
Er war wirklich harmlos. Ich habe darin angeregt, man solle während des Lockdowns denjenigen, die durch die Krankheit natürlich immunisiert worden sind, ein Testat ausstellen, damit sie wieder normal ihrer Arbeit nachgehen könnten und dadurch die Arbeitskraft des Landes nach und nach wieder aufgebaut werden könnte. Selbst das BAG fand die Idee gut. Umgesetzt wurde sie zwar nie. Doch bereits dieser eine Gedanke ging dem Sponsor zu weit.
Wie sind Sie selbst mit der Corona-Situation umgegangen?
Zuerst ging ich sehr pragmatisch an die Sache und kooperierte mit den Vorgaben. Ich sagte mir, die Situation ist ungewiss, die Informationen spärlich und widersprüchlich. Falls es tatsächlich ein gefährliches Virus sein sollte, wäre jede unterlassene Prävention unverantwortlich. Würde sich das Ganze als harmlos herausstellen, könnte man immer noch zurückbuchstabieren. Das glaubte ich zumindest.
Das Zurückbuchstabieren stellte sich dann aber als Irrtum heraus. Während des Lockdowns begann ich, jeden Abend die Todesfallstatistik nachzuführen. Dabei habe ich nicht nur die Coronatoten angeschaut, sondern auch die Gesamtsterblichkeit. Ich erwartete, dass die Coronatoten schon bald einen grossen Anteil der Gestorbenen ausmachen müssten, was aber nie der Fall war. Im Verhältnis zur Gesamtsterblichkeit blieben sie stets marginal.
Im Radio gab man aber den Menschen ständig die Coronatoten bekannt, so dass jeder den Eindruck bekommen musste, es seien Tausende, die an Corona gestorben seien und noch weiterhin sterben würden. Das erzeugte verständlicherweise Angst. Waren Sie der Einzige, der auf andere Ergebnisse kam?
Nein, es gab im Netz verschiedene Fachleute, die das auch so gesehen haben, zum Beispiel Professor Sucharit Bhakdi, ein Mediziner, oder Professor John Ioannidis, ein Gesundheitsstatistiker. Und eine Reihe pensionierter Ökonomen äusserten sich ebenfalls kritisch. Erstaunlicherweise auch Professor Eichenberger aus Freiburg.
Sie haben relativ bald nach dem Lockdown begonnen, über die Entwicklung im Zusammenhang mit Corona zu publizieren.
Mit dem langjährigen Spitaldirektor, Dr. Werner Widmer, schrieb ich das Buch «Corona in der Schweiz». Beim Versuch, das Buch zu publizieren, kamen wir beide «auf die Welt». Wir konnten keinen Verlag finden, obwohl wir beide oft und teils erfolgreich in diversen Verlagen publiziert hatten. Es blieb nur noch die Möglichkeit, das Buch ins Internet zu stellen. Der Dekan der Universität Luzern regte ein Interview zum Buch an, das auf der Homepage der Wirtschaftsfakultät der Uni Luzern veröffentlicht wurde und dem Buch entsprechende Resonanz gab.
Negative oder positive?
Zuerst einmal regte sich Christian Althaus, ein Epidemiologe der Universität Bern, auf Twitter über das Buch auf und fragte, ob das Buch nicht ein Fall für den Rechtsdienst sei. Althaus hatte in der NZZ von 30 000 möglichen Corona-Toten und vor der «grössten gesundheitlichen Notlage» der Schweiz gesprochen, was bereits verglichen mit der Grippewelle 2015 übertrieben war.
Wir bezichtigten ihn daher als indirekt und möglicherweise mitverantwortlich für den grössten wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Einbruch in der jüngeren Schweizer Geschichte.
Der Rechtsdienst der Uni sah keine Veranlassung, das Buch zu verbannen, und der Tweet von Althaus führte zu unzähligen Downloads unseres Buches in die Zehntausende.
Dann machte Althaus mit seiner Reaktion gratis Werbung für Sie …
Ja, das kann man so sagen, denn ohne ihn, wäre das Buch wahrscheinlich unbeachtet geblieben. Das Ganze spielte sich während des zweiten Lockdowns ab. Wir hatten selbst nicht erwartet, dass es solche Wellen schlagen würde.
Was mich motivierte, am Thema zu bleiben, war zum Beispiel die Reaktion nach einem Vortrag in Basel. Jemand kam auf mich zu und erzählte mir, dass sich seine ganze Familie wegen Corona verkracht habe und nicht mehr miteinander reden könne. Als er unser Buch gefunden und in der Familie verteilt habe, hätten seine Verwandten wieder vernünftig miteinander sprechen können. Allein dafür hatte sich diese Publikation gelohnt.
Wir hatten uns bemüht, das Ganze in einem sachlichen Ton zu halten. Wir bekamen auch sehr positive Rückmeldungen aus der Politik, die das Buch als «ausserordentlich» bezeichneten. Es gab schon damals Personen in politischer Verantwortung, die bemerkten, dass die Empfehlungen von Bundesrat und BAG fragwürdig waren.
Inwieweit hätten der Bundesrat und das BAG erkennen müssen, dass die anfänglichen Massnahmen übertrieben waren?
Meine persönliche Einstellung änderte sich an Ostern 2020. Wenn der Bundesrat über alles, was an Erkenntnissen vorhanden war, objektiv informiert worden wäre, dann wäre eine Weiterführung des Lockdowns obsolet geworden. Es wurden unglaublich viele «Kollateralschäden» verursacht. Das BAG hätte das erkennen müssen.
Auch das Osterfest liess man «ausfallen», dabei war schönes Wetter und die Familien hätten sich draussen an der frischen Luft, mit gewissem Abstand treffen können.
In welchen Bereichen sehen Sie die sogenannten Kollateralschäden?
Nur schon in den Altersheimen ist es für die Menschen im November, Dezember 2020 immer schlimmer geworden. Zu diesem Zeitpunkt hätte man einen Marschhalt machen müssen, um die Gefährlichkeit neu einzuschätzen. Eine Frage wäre gewesen: Wie viele Menschen sind bereits immunisiert? Sämtliche Bevölkerungsgruppen hatten sich damals mit dem Virus infiziert gehabt.
Alle Massnahmen, die man nach Ostern 2020 getroffen hatte, waren unnötige Zugabe. Es gab Vorschläge von Professor Beda Stadler, einem Immunologen aus Bern, man könne beispielsweise in einem Dorf die Ladenöffnungszeit von 14 bis 16 Uhr auf Kunden über 65 Jahren einschränken. Stattdessen sollten im Kanton Uri alle Senioren unter Hausarrest gestellt werden. Das ist der Unterschied zwischen verhältnismässig und unverhältnismässig.
Auch hätte man die Menschen in den Altersheimen fragen können, ob sie sich im «Hochsicherheitstrakt» aufhalten wollen oder im normalen Trakt. Entsprechend wären die Einwohner zu trennen gewesen, was sicher mit einem gewissen Aufwand verbunden gewesen wäre. Die Alternative war, viele Senioren in Verzweiflung und Tod zu treiben.
Wie sind Sie zu diesen Schlüssen gekommen?
Der unsägliche menschenunwürdige Umgang in den Pflegheimen bestätigten mir die dort tätigen Seelsorger, aber auch die persönliche Erfahrung mit Angehörigen. Andreas Kley, Professor für Öffentliches Recht, wies darauf hin, dass die (un-)gesetzliche Grundlage für den Umgang im Altersheim einzig eine Empfehlung in einem BAG-Rundschreiben war, sonst nichts. Regiert hat hier ein subalterner, nicht gewählter Schreibtischtäter in der Bundesverwaltung, den niemand kennt.
Aber es gab auch vernünftige Heime. Manche pflegten einen sehr pragmatischen Umgang mit den Vorgaben.
Es ist unter Fachleuten allgemein bekannt, dass eine Infektion immer eine symmetrische Kurve produziert mit steilem Anstieg und ebenso steilem Abstieg. Bei der zweiten Welle sehen wir hingegen eine sehr breite Kurve. Die Sterblichkeitszahlen stiegen an und blieben dann über Wochen auf gleich hohem Niveau, was für Infektionen völlig untypisch ist. Diese anhaltende Sterblichkeit musste andere Gründe haben. Sie lauteten gemäss Auskunft der Betreuenden: spontaner Verlust des Lebenswillens der Heiminsassen.
Wie glaubhaft sind die Impfschäden, von denen man immer häufiger etwas hört?
Der deutsche Pathologe, Professor Arne Burkhardt, der inzwischen unter ungeklärten Umständen bei einem Badeunfall verstorben ist, war einer der intellektuell wichtigsten Massnahmen-Kritiker. Er entwickelte Methoden, die es ermöglichten zu unterscheiden, ob eine Entzündung und allenfalls schwere Schädigungen im Körper von der Impfung herrührten oder vom COVID-19-Virus verursacht worden sind. Hier hatte er Pionierarbeit geleistet.
Mit dieser Methode lassen sich Impfschäden pathologisch nachweisen. Insofern ist die Existenz von Impfschäden nicht bestreitbar.
Und wenn der Staat das Impfrisiko übernimmt, dann ist es seine dringende Aufgabe, hier Klarheit zu schaffen und gegenüber den Geschädigten Kompensationen zu leisten. Tatsächlich müssen die Betroffenen heute noch um Unterstützungsleistungen kämpfen und werden häufig nicht als impfgeschädigt anerkannt.
Was sind offensichtliche Impfschäden?
Was die diversen Krankheitsbilder, Herzmuskelentzündungen und plötzlicher Herzstillstand angeht, bin ich nicht vom Fach. Das müsste ein Mediziner beantworten.
Auffällig ist jedoch der starke, signifikante Geburtenrückgang ab 2021. Es gibt eine Untersuchung bei sämtlichen tschechischen Frauen im Alter von 18 bis 44 Jahren. Das tschechische Gesundheitsamt publizierte als einziges Amt Daten über Geburten unterteilt nach geimpften oder ungeimpften Frauen.
Es gibt in solchen Analysen jedoch stets das Problem von Verhaltensunterschieden. Frauen, die keine Kinder wollten, liessen sich rasch impfen und zeigten in den ersten Monaten der Impfkampagne eine Geburtenrate nahe Null. Andere Frauen, die kurz vor der Geburt standen, wollten nichts von der Impfung wissen und hatten eine entsprechend hohe Geburtenrate.
Das waren reine Verhaltensunterschiede, die wenig mit dem Impfeffekt zu tun hatten. Bedrohlich ist der langfristige Effekt. Langfristig kehrten die Ungeimpften zur bisherigen Geburtenrate zurück. Die geimpfte Gruppe schaffte das jedoch nicht und bringt rund 30 Prozent weniger Kinder zur Welt als die Ungeimpften.
Zeigt die Studie auch, was die Ursachen dafür sind wie zum Beispiel Totgeburten, Unfruchtbarkeit und so weiter.
In der tschechischen Studie finden sich keine Hinweise darauf. Man sieht nur den Unterschied in den Geburtenraten. Grundsätzlich gibt es bei einer Schwangerschaft vier Risiken: Unfruchtbarkeit, Spontanaborte. Dazu kommen Eileiterschwangerschaften und Totgeburten, die sehr selten sind und im Promille-Bereich auftreten. Veränderungen dieser winzigen Promille-Zahlen sind statistisch schwierig nachweisbar.
Ganz anders ist der Spontanabort ein Risiko von 10 bis 20 Prozent aller Schwangerschaften. In der ersten wichtigen wissenschaftlichen Studie, die im April 2021 veröffentlicht wurde, zogen Wissenschaftler den Schluss, dass der Spontanabort die häufigste Nebenwirkung der Impfung darstelle. Sie konnten einen hohen Anteil impfbedingter Spontanaborte feststellen. Und genau diese Studie wurde im Weissen Haus als Begründung dafür angeführt, die Impfung zu empfehlen.
Die Studie, die Impfschäden nachwies, wurde verwendet, um den Menschen zu sagen, sie sollten sich impfen lassen? Das ist doch paradox.
Ja, man glaubt es kaum. Die Verfasser der Studie räumten ein, dass sie nur Aussagen über Schwangere machen können, die im letzten Drittel der Schwangerschaft geimpft worden seien. Ihr Beobachtungszeitraum war nämlich nur drei Monate lang. Nun ist es aber so, dass im letzten Drittel einer Schwangerschaft Spontanaborte gar nicht auftreten können! Trotzdem fiel den Autoren auf, dass bei den Frauen, die im ersten bis sechsten Monat geimpft worden waren, die Spontanabortrate bereits aussergewöhnlich hoch waren.
Sie schrieben daher sinngemäss, die Impfung sei für Schwangere mit einer Impfung im letzten Drittel unbedenklich. In der Zusammenfassung verkürzten sie den Satz zu, die Impfung sei für Schwangere unbedenklich. Und mit dieser verkürzten und daher falschen Aussage wurde die Studie in vielen weiteren Studien zitiert.
Solche seltsam verdrehten Schlussfolgerungen in Studien mit bedrohlichen Studienergebnissen zur mRNA-Injektion sahen wir noch oft. Es gibt eine Studie, die statistisch eindeutig nachweisen konnte, dass die Spermienproduktion nach der Impfung zurückgehe. Dennoch steht im letzten Satz der Studie «aufgrund der klinischen Erfahrung empfehlen wir die Impfung». Das ist nicht viel mehr als die persönliche Meinung der Autoren, die ihrem eigenen Studienergebnis diametral widerspricht. Und als persönliche Meinung gehört sie nicht in einen objektiven wissenschaftlichen Artikel.Es sei denn, die «klinische Erfahrung» werde ausführlich beschrieben und begründet, was aber nicht der Fall ist.
Leider ist diese Art von Publikation auch ausserhalb von Corona in der Medizin immer häufiger anzutreffen. Wir haben es hier mit einer umfassenden Krise der medizinischen Wissenschaft zu tun, die weit grösser ist, als das hier Besprochene. Sie ist so gross, dass sie in der Wissenschaft bereits einen Namen trägt: die «Reproduktionskrise». Das heisst, viele Studien geben bloss vorgefasste, persönliche Meinungen der Autoren wieder, und ihre Resultate sind von unabhängigen Dritten nicht reproduzierbar. Das ist kein Schönheitsfehler, das ist das eigentliche Ende rationaler, wissenschaftlicher Debatten.
Wie seriös ist aber nun die tschechische Studie?
Die tschechische Studie ist auf einem ganz anderen Niveau angesiedelt. Hier liegen Resultate von 1,3 Millionen Frauen vor. Solange das statistische Amt diese Daten nicht fälscht (und warum sollte es das tun?), beschreiben diese Daten den realistischen Outcome der mRNA-Impfung bei Schwangeren.
Wir blieben aber nicht bei der tschechischen Studie stehen. Wir überprüften sie, indem wir Schweizer Bestatter befragten, die Spontanaborte registriert hatten.
Diese bestätigten, dass die Spontanaborte in den Jahren, als geimpft wurde, massiv zugenommen hätten. Wir befragten auch Hebammen. Das war schwieriger, weil der Hebammen-Verband seinen Mitgliedern von einer Teilnahme an dieser Umfrage abriet. Der Verband bemühte sich nicht nur aktiv, unsere Forschung zu behindern, er verweigerte auch das Gespräch mit uns. Schliesslich antworten dennoch 45 Hebammen, und ihre Antworten waren äusserst übereinstimmend.
Sie rapportierten, dass seit der Impfung Spontanaborte häufiger vorkämen, die Geburten blutiger und die Schwierigkeiten im Wochenbett grösser geworden seien. Natürlich kann man von 40 bis 50 Befragten nicht auf die Allgemeinheit schliessen, aber wenn die Aussage der Hebammen mit den Resultaten in der medizinischen Fachliteratur und in den Tierversuchen übereinstimmen, dann haben sie Gewicht.
Was die Tierversuche angeht: Wir fanden keinen einzigen Versuch, bei dem es den geimpften Ratten zumindest gleich gut ging wie den ungeimpften. Immer ging es ihnen schlechter und in einigen Versuchen sogar hochsignifikant schlechter.
So wurden beispielweise von total 88 Ratten 44 geimpft. Von den Ungeimpften wurden 3 nicht trächtig, von den Geimpften 7, also deutlich mehr. Das ist gerade noch nicht signifikant. Der Versuch stand also kurz davor, die Gefährlichkeit der mRNA-Injektion für trächtige Ratten nachzuweisen. Da eliminierten die Forscher ganz einfach 44 Ratten, je 22 ungeimpfte und 22 geimpfte. Eine Untersuchung mit total 44 Ratten ist nämlich weniger genau wie eine mit 88 Tieren. Und die Sache ging auf: Am Schluss gab es bei den ungeimpften 2 Ratten ohne Nachwuchs, bei den geimpften 7. Das bedeutet, die mRNA-Injektion wirkte mit 94 Prozent Wahrscheinlichkeit schädigend.
Falls Sie nun meinen, das sei ein schlechtes Resultat für die Impfung, liegen Sie falsch. Eine Substanz ist in den Augen dieser Mediziner nur dann schädigend, wenn seine Wahrscheinlichkeit bei 95 Prozent liegt.
Bei einer Wahrscheinlichkeit von 94,999999 Prozent ist die Substanz hingegen völlig bedenkenlos einzunehmen. Natürlich ist das widersinnig, aber so geht pharmakologische Forschung.
Wären es nun aber 8 geimpfte Ratten zu 2 ungeimpften ohne Wurf gewesen, dann wäre die Wahrscheinlichkeit der Schädigung auf 97 Prozent gesprungen und die mRNA-Injektion hätte als schädlich eingestuft werden müssen. Sie sehen, eine einzige Ratte mehr oder weniger gab den Ausschlag, dass die Injektion als unschädlich bezeichnet werden konnte. Und wegen dieser einen Ratte konnten hunderte Millionen von Frauen geimpft werden. Das ist vollkommen unseriös. Und man wundert sich, warum unsere Zulassungsbehörden so einen Käse durchwinken.
Ich würde gerne auf die Verträge zwischen dem Bundesamt für Gesundheit und der Pharmaindustrie zu sprechen kommen. Sind sie jetzt vollständig offengelegt?
Nein. Das geschah nur zum Teil. Ein Vertrag ist teilweise veröffentlicht, ein anderer noch nicht. Mein Wissensstand ist vom Donnerstag letzter Woche. Das BAG versucht, die Offenlegung zu verhindern, und das macht es für die Kritiker schwierig. Diese müssen in ihrer Freizeit für die Offenlegung kämpfen. Auf der anderen Seite steht ein Amt, das jemanden dafür bezahlt, um die Einsicht möglichst mühsam zu gestalten. Rechtlich ist der Fall jedoch völlig klar. Die Verträge müssen offengelegt werden.
Es gibt Stimmen, die behaupten, dass es fraglich sei, ob es Corona überhaupt gegeben habe. Wie sehen Sie das?
Diese Diskussion ist für mich etwas befremdlich. Inzwischen ist auch klar, dass das Virus aus einem Biowaffenlabor in Wuhan (China) entwichen ist, wo es künstlich hergestellt worden war. Ein öffentlicher CIA-Bericht ans US-Parlament nennt als Auftraggeber und Finanzierer Dr. Anthony Fauci, den Chef der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde (NHI). Nach China ausgelagert wurde die Entwicklung, weil es in den USA selbst verboten ist, Virenzellen durch Genmanipulation gefährlicher zu machen, als sie bereits sind.
Wie gesagt, zeigen die Hearings auf dem Capitol und die öffentlichen Dokumenten der CIA, ja sogar Artikel in der NZZ, wie es um diese These steht. Aber weil dieser Skandal in unseren Publikums-Medien nicht weiter diskutiert wird, ist er in unserer öffentlichen Diskussion kein Thema. Dafür ärgern wir uns medial über die Rücknahme der roten Karte gegen einen Spieler des US-Fussball-Teams nach Intervention von Donald Trump. Unser Fernsehen hat seine eigene Art, Schwerpunkte in der Berichterstattung zu setzen.
Es bleibt die Frage, «entwischte» ihnen das Virus oder setzte man es bewusst frei?
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass man absichtlich möglichst viele Menschen opfern wollte. Das hätte die chinesische Regierung stürzen können. Ich glaube eher an grobfahrlässiges Entweichen. Denn es gab schon lange vorher zahlreiche Klagen, dass in diesem Labor die Sicherheitsstandards nicht eingehalten würden.
Was immer wieder in der Diskussion ums Impfen aufkam, war die Frage nach der Herdenimmunität und wann diese erreicht sei.
Die eigentliche Frage lautet: Gibt es bei Sars-COV-2 eine Herdenimmunität? Professor Vernazza sagte mir schon früh, dass das bei einem rasch mutierenden Virus unmöglich sei. So gibt es ja auch keine Impfung gegen das AIDS-Virus. Das ist Lehrbuchwissen. Warum das unsere Task-Force nicht wusste, ist mir unklar.
Haben die Impfstoffhersteller nicht auch zugegeben, dass der Impfstoff die wesentlichen Ziele, die Weiterverbreitung und die Immunisierung, nicht erreicht hat?
Es gab ein Hearing mit der Vizedirektorin von Pfizer vor dem EU-Parlament, in dem sie offen zugegeben hat, dass man die Wirkung des Impfstoffs auf die Verbreitung des Virus nicht getestet habe. Auch habe man nie behauptet, dass der Impfstoff die Übertragbarkeit verhindere. Mir fiel bereits 2021 auf, dass in Ländern, in denen eine extrem hohe Impfquote erreicht wurde, die Fallzahlen weiterhin extrem anstiegen. Die Impfung war insofern sogar kontraproduktiv.
Wird es zu einer Aufarbeitung kommen?
Ja, ich denke schon, aber die wird erst dann möglich sein, wenn die damals Verantwortlichen nicht mehr in Amt und Würden sind und eine jüngere Generation nachkommt, die selbst unter den Corona-Massnahmen gelitten hat.
Falls die tiefen Geburtenraten anhalten, wird man sich irgendwann die Frage stellen müssen, was deren Ursache nun tatsächlich sei. Es ist schwer vorstellbar, dass die Schweiz über Jahre an einer mRNA-Impfempfehlung für Schwangere festhalten kann, wenn diese bereits heute in den USA und den Niederlanden gestrichen worden sind.
Und wenn es in den USA zu Verurteilungen im Zusammenhang mit Corona kommen wird – die fristlose Abberufung der für die Impfung Schwangerer verantwortlichen US-Direktorin Dr. Walensky erfolgte bereits unter Biden – wird das nicht vollkommen spurlos am Schweizer Politikalltag vorbei gehen.
Das Corona-Narrativ steht auf immer schwächeren Füssen und lebt vom Schweige-Kartell unserer Mediziner. Ewig lässt sich das nicht aufrechterhalten.
Herr Professor Beck, vielen Dank für das Gespräch.
Interview Thomas Kaiser
* Dr. Konstantin Beck ist Titularprofessor für Gesundheitsökonomie der Universität Luzern und leitete bis vor Kurzem das CSS Institut. Er hat verschiedene Bestseller geschrieben, zuletzt «Corona in der Schweiz» (corona-in-der-schweiz.ch). Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.
